Ihr Weg zur guten Pflege

Am Anfang waren es nur Kleinigkeiten, die mir aufgefallen sind. Ein vergessener Topf auf dem Herd, ein Termin beim Arzt, den sie plötzlich nicht mehr wahrgenommen hatte, oder die Wäsche, die tagelang ungewaschen liegen blieb. Meine Mutter war immer so selbstständig gewesen, so organisiert – jemand, der alles im Griff hatte. Deshalb habe ich diese ersten Anzeichen wohl auch eine Weile verdrängt. 

Doch mit der Zeit wurden die Momente häufiger. Sie wirkte müder, unsicherer, manchmal auch ein wenig verloren in ihrem eigenen Alltag. Ich begann, mir Sorgen zu machen. Jedes Telefonat hatte plötzlich ein unterschwelliges Gefühl von Anspannung: Ist alles in Ordnung? Hat sie gegessen? Ist sie gestürzt? 

Die Entscheidung, dass sie nicht mehr gut alleine zurechtkommt, fiel mir nicht leicht. Es fühlte sich an, als würde ich ihr ein Stück ihrer Unabhängigkeit nehmen. Gleichzeitig wusste ich, dass Wegsehen keine Lösung ist. Ich wollte, dass sie sicher ist – und sich trotzdem so wohl wie möglich fühlt. 

Nach vielen Gesprächen, auch mit ihr, habe ich mich schließlich an den Caritas Pflegedienst hier in Leichlingen gewandt. Gleichzeitig wurde mir geraten, einen Pflegegrad für meine Mutter zu beantragen. Auch das war Neuland für mich. Ich habe bei ihrer Krankenkasse angerufen, die mir erklärte, dass ich dort formlos einen Antrag stellen kann. 

Einige Wochen danach meldete sich der Medizinische Dienst, um einen Termin zur Begutachtung zu vereinbaren. An diesem Tag war ich bei meiner Mutter, was im Nachhinein sehr hilfreich war. Es ging darum, ihren Alltag möglichst ehrlich zu schildern: Wo braucht sie Unterstützung? Was fällt ihr schwer? 

Die Begutachtung selbst war respektvoll und ruhig. Es wurden Fragen gestellt, kleine Alltagssituationen besprochen und geschaut, wie selbstständig sie noch ist. Einige Zeit später kam dann der Bescheid: Sie hatte einen Pflegegrad erhalten. Das war einerseits ein seltsamer Moment – schwarz auf weiß zu sehen, dass sie Hilfe braucht – aber gleichzeitig auch eine große Erleichterung. 

Heute, einige Zeit später, kann ich sagen: Es war die richtige Entscheidung, diesen Weg zu gehen. Der Pflegedienst unterstützt sie regelmäßig, verlässlich und mit einer Herzlichkeit, die ich so nicht erwartet hätte. Meine Mutter hat sich langsam daran gewöhnt, lässt Hilfe zu und wirkt wieder ruhiger. Und auch ich habe ein Stück Gelassenheit zurückgewonnen. 

Es ist kein einfacher Schritt gewesen. Aber es ist ein guter geworden. Einer, der uns beiden zeigt, dass Hilfe anzunehmen nichts mit Schwäche zu tun hat – sondern mit Fürsorge.

Ein Pflegegrad ist die wichtigste Voraussetzung, um Leistungen aus der Pflegeversicherung zu erhalten. Dabei gilt: Je höher der Pflegegrad, desto höher die Pflegeleistungen. Die einzelnen Grade von 1 bis 5 orientieren sich daran, wie stark die Selbständigkeit einer Person eingeschränkt ist. Auch dazu beraten wir sie gerne.

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3. Pflegegrad beantragen

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